Dankbarkeit
In unserem Schrebergarten steht ein wunderschöner Apfelbaum. Seit den Frühsommertagen lädt er zum Verweilen ein. Sein Laubdach spendet Schatten. Der Apfelbaum selbst bietet Wohnung und Nahrung für Schmetterlinge, Insekten, Vögel und andere Tiere.
Ich staune, wie er sich über das Jahr entwickelt: das Knospen der ersten zarten grünen Blätter, die Blütezeit, in der nahezu unbemerkt Bienen, Hummeln und andere Insekten für die Bestäubung sorgen und schließlich das Wachsen und Reifen der Früchte.
Im Laufe des Jahres kann viel passieren, was diesem Baum schadet – ausbleibender Regen und Unwetter wie in diesem Jahr, Schädlingsbefall… Voll Wertschätzung blicke ich auf einen nicht ganz makellosen, aber süß schmeckenden Apfel und empfinde große Dankbarkeit.
Von dieser Lebenshaltung, das Gewordene nicht als selbstverständlich hinzunehmen, von der Haltung der Dankbarkeit singt der Psalm 92:
Wie schön ist es, dem Herrn zu danken, deinem Namen, o Höchster, zu singen, am Morgen deine Huld zu verkünden und in den Nächten deine Treue zur zehnsaitigen Laute, zur Harfe, zum Klang der Zither. Denn du hast mich durch deine Taten froh gemacht; Herr, ich will jubeln über die Werke deiner Hände. Wie groß sind deine Werke, o Herr, wie tief deine Gedanken. (Ps. 92,2-6)
