KDFB

Landfrauenvereinigung

Die Landfrauenvereinigung ist eine Einrichtung im Katholischen Deutschen Frauenbund. Sie vertritt die Interessen von Frauen im ländlichen Raum gegenüber staatlichen Stellen, in der Öffentlichkeit und im kirchlichen Raum und fördert die Aus- und Weiterbildung von Frauen in den verschiedenen Bereichen des ländlichen Raums. Die Landfrauenvereinigung veranstaltet Tagungen, Bildungsseminare, praktische Kurse und Beratungen, Lehrfahrten, Besichtigungen, Begegnungen von Menschen in Stadt und Land, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.

Schauen Sie sich hier unsere Medienpräsentation zum 100jährigen Juiläum an.

 

Landfrauen mischen sich seit 100 Jahren ein

Das Leben auf dem Land ist eine ständige Herausforderung. Seit 100 Jahren gestaltet die Landfrauenvereinigung Rottenburg-Stuttgart das Leben im ländlichen Raum mit. Zum Jubiläum begrüßte die Bundes- und Diözesanvorsitzende der Landfrauenvereinigung, Bärbel Kräutle, im Kulturzentrum Schloss Laupheim viele Ehrengäste, unter anderem Weihbischof Johannes Kreidler, der auch den Gottesdienst hielt.  „Das Leben auf dem Land ist kein Auslaufmodell“, befand Bärbel  Kräutle. „Wir möchten Veränderungen wahrnehmen, um für eine nachhaltige Lebens- und Zukunftsgestaltung auf dem Land zu sorgen“, erklärte sie. Auch die Geschäftsführerin Silvia Reith sprach von einer bleibenden Herausforderung. Die Förderung und Weiterbildung von Frauen sei nach wie vor das Ziel. Die Landfrauenvereinigung begann vor 100 Jahren mit Kursen zur Geflügelhaltung und zur Haushaltsführung. Heute widmen sich die Landfrauen unter anderem gesellschaftlichen Themen.

Der Begriff der Heimat sei solch ein gesellschaftliches Thema, bei dem auch die Landfrauen verstärkt in das Blickfeld gerieten, meinte der Ordinariatsrat Dr. Joachim Drumm in seinem Grußwort. „Die Menschen spüren, dass sie global immer mehr verflochten sind und suchen neue Orientierung“, sagte er. „Leben Sie so, wie Sie es für richtig halten“, ermunterte er die etwa 130 Frauen, die nach der Delegiertenversammlung ihr Jubiläum feierten. 

Die Festrednerin, die   ehemalige Europaabgeordnete Elisabeth Jeggle, umriss in ihrem Vortrag  die Zukunft des ländlichen Raumes aus europäischer Sicht. Das sei ein spannendes Thema, meinte sie und kam ebenfalls schnell auf den Begriff der Heimat. „Heimat“ sei Gemeinschaft und brauche Gemeinschaft, sagte sie. Das Heimatgefühl habe mit Werten und Emotionen zu tun. Im ländlichen Raum wachse man mit Verantwortung auf und Verantwortung sei eine starke Wertewurzel. „Verantwortung ist Solidarität“, fasste sie zusammen.

Die Welt sei klein geworden, weil die Wirtschaft global agiere, aber Europa sei mehr als Macht und Geldströme. Elisabeth Jeggle verwies auch auf die Veränderungen durch Flüchtlingsströme und  den Umgang mit Andersdenkenden in der Türkei.  Mit dem Islam als Religion könne sie leben, meinte Jeggle, aber Voraussetzung sei eine Glaubensfreiheit und die Trennung von Kirche und Staat.

Für den unterhaltsamen Teil des Festes sorgten die vier Schwestern der Jakobs-Stubenmusik aus Markelsheim und die Gesangsgruppe Honey Pie aus Stuttgart. In der Eucharistiefeier mit Weihbischof Dr. Johannes Kreidler feierten die Landfrauen eine rührige und aktive Gemeinschaft, die in der Gesellschaft selbstbewusst  ihre Stimme erhebt. 

Redaktion: Katharina Kirsch

 

 

Hier können Sie die Pressemitteilung der LV zum Jubiläum herunterladen.

Hier können Sie Fotos der Jubiäumsveranstaltung anschauen.

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Delegiertenversammlung am 22. April 2016 in Ulm St. Michael zu den Wengen

Heimat haben und Heimat geben

Bei ihrer diözesanen Delegiertenversammlung in Ulm hat die Landfrauenvereinigung (LV) im Katholischen Deutschen Frauenbund das Thema »Heimat« in den Mittelpunkt gestellt. Denn für Menschen, die im ländlichen Raum leben, hat dieser Begriff viel mit ihrer Lebenswirklichkeit vor Ort zu tun. Zunehmend müssen sie auf aktuelle Veränderungen und Herausforderungen reagieren, wie beispielsweise den demographischen Wandel oder auf die Tatsache, dass immer mehr landwirtschaftliche Betriebe aufgeben müssen. Weitere Faktoren, die den Alltag auf dem Land erschweren, sind vielfach schlechter öffentlicher Nahverkehr und mangelnde Betreuungs- und Bildungsangebote. Intensiv befassten sich der LV-Vorstand und seine Mitgliedsfrauen auch mit der Entwicklung, dass Menschen anderer Herkunft und Kultur in die Dörfer kommen – auf der Suche nach einer neuen Heimat.

Um diese Menschen gut in das dörfliche Leben zu integrieren, sprach sich die Landfrauenvereinigung für einen »offenen Heimatbegriff« aus, in dem Heimat als Lebensort und nicht als Kulisse verstanden werden solle. In diesem und im nächsten Jahr sollen deshalb unterschiedliche LV-Veranstaltungen, wie zum Beispiel Hofbesichtigungen, dieses Heimatverständnis näher vorstellen und erklären.

Beim diözesanen Treffen in Ulm wurde die Stuttgarter Theologin Birgit Bronner als erste geistliche Beirätin der Landfrauenvereinigung vorgestellt. Die Vorstandswahlen ergaben folgende Ergebnisse: Für weitere vier Jahre wurde Barbara Kräutle einstimmig als Diözesanvorsitzende gewählt, Stellvertreterinnen sind Cornelia Lehr (Nordwürttemberg) und Renate Geißler (Südwürttemberg), die ebenfalls einstimmig gewählt wurden. Beisitzerinnen sind Klara Dürmuth, Sabine Springer, Gerlinde Frey und Waltraud Schick. Mit Regina Grimm, Gerda Friesch und Monika Ritscher wurden drei stellvertretende Delegierte für die Bundesdelegiertenversammlung neu gewählt. Für viele Jahre Vorstandstätigkeit, unter anderem als Diözesanvorsitzende, wurde Rita Braunger mit der goldenen Ehrennadel geehrt.

sr/kle

Bilder der Delegiertenversammlung ansehen

 

 

Bärbel Kräutle

Diözesanvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V. Rottenburg-Stuttgart

Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V.

Publikation "Land begeistert Frauen"

Land begeistert Frauen