KDFB

Landfrauenvereinigung

Die Landfrauenvereinigung ist eine Einrichtung im Katholischen Deutschen Frauenbund. Sie vertritt die Interessen von Frauen im ländlichen Raum gegenüber staatlichen Stellen, in der Öffentlichkeit und im kirchlichen Raum und fördert die Aus- und Weiterbildung von Frauen in den verschiedenen Bereichen des ländlichen Raums. Die Landfrauenvereinigung veranstaltet Tagungen, Bildungsseminare, praktische Kurse und Beratungen, Lehrfahrten, Besichtigungen, Begegnungen von Menschen in Stadt und Land, um das gegenseitige Verständnis zu vertiefen.

Schauen Sie sich hier unsere Medienpräsentation zum 100jährigen Juiläum an.

Das Heimat- Navi - Geschichte(n), Land und Leute entdecken

Seminarreihe in vier Modulen

Wenn Sie etwas Zeit übrig haben, am Thema „Heimat“ interessiert sind und Lust haben zwei konkrete Regionen im ländlichen Raum, nämlich die Region Schwäbische Alb und Teile der Region Oberschwaben näher kennen zu lernen, dann laden wir Sie mit diesem Angebot ein, zu entdecken:

  • Welche kulturellen und spirituellen Wurzeln und Gebräuche lassen sich dort finden?
  • Welche Besonderheiten haben diese Regionen zu bieten?
  • Wie gestalten und pflegen die Menschen dort aktuell die Kulturlandschaft, damit diese Regionen als Heimat für viele Menschen attraktiv und offen bleiben und sich weiterentwickeln

Die Seminarreihe gliedert sich in vier Module mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Die Module können sowohl als Gesamtpaket, wie auch einzeln besucht werden. Innerhalb der einzelnen Module wechseln sich Exkursionen mit anschaulichen Vorträgen ab, die von wechselnden FachreferentInnen begleitet werden und das jeweilige Tagesthema konkret und praktisch vertiefen.

Auf Wunsch erhalten die Teilnehmenden am Ende der Seminarreihe ein Teilnahmezertifikat.

Flyer Heimat-Navi

Mit der Anmeldung erklären Sie sich einverstanden, dass bei der Veranstaltung aufgenommene Fotos von der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V. (LV) zum Zweck der Darstellung der LV und ihrer Aktivitäten gespeichert und veröffentlicht werden dürfen. Die Einwilligung gilt für die Verwendung der Fotos auf der LV-Homepage, in Veröffentlichungen in der Presse sowie in Publikationen und Vorträgen der LV. Ein Widerruf der Einverständniserklärung muss mit der Anmeldung schriftlich bei der LV-Geschäftsstelle eingereicht werden.

 

Termine:       Modul 1:  Von Heimatliebe, Weltoffenheit und Bräuchen       

                      23. Februar  2019

                       9:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort:                Kloster Heiligkreuztal  

                       Flyer Modul 1                         

 

                       Modul 2: Dem Moor auf der Spur

                        27. April 2019

                        9:30 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort:                 Naturschutzzentrum Wilhelmsdorf (bei Ravensburg)

                        Flyer Modul 2

 

                        Modul 3: Von frommen Frauen, Wegzeichen und Ziegen

                        20. September 2019

                        9:30 Uhr bis 18:00 Uhr

Ort:                 Kloster Heiligkreuztal

                        Flyer Modul 3

 

                        Modul 4:  Von Dörfern im Wandel

                        21. September 2019

                        9:00 Uhr bis 17:00 Uhr

Ort:                 Kloster Heiligkreuztal

                        Flyer Modul 4

 

Veranstalter:   Landfrauenvereinigung des KDFB in Kooperation

                         mit dem Schwäbischen Heimatbund e.V. 

                         und der   Stiftung Wegzeichen -Lebenszeichen-Glaubenszeichen

                         der Diözese Rottenburg-Stuttgart

Leitung:         Silvia Reith, Bildungsreferentin der Landfrauenvereinigung des KDFB

Anmeldung:    Informationen und Ausschreibungsflyer unter:

                         Landfrauenvereinigung des KDFB e.V.

                         Telefon: 0711 – 9791 - 4740

                          e-Mail: landfrauenvereinigung@blh.drs.de

                         www.kdfb-drs.de

 

Frauenkirche im ländlichen Raum

„Die Sehnsucht nach spirituellen Formen und Räumen ist sehr groß“

Seit einigen Jahren gibt es in Stuttgart die KDFB-Reihe „Kirche anders – Frauenkirche“, in der Frauen durch Gottesdienste in einer freien liturgischen Form, meditativen Impulsen und neuen geistlichen Liedern berührt und gestärkt werden sollen. Seit April 2016 gibt es das Projekt „Frauenkirche im ländlichen Raum“, mit dem die KDFB-Landfrauenvereinigung die Stuttgarter Idee aufgegriffen hat. Verantwortlich tätig für das von der diözesanen Bischof-Moser-Stiftung geförderte Projekt ist die Stuttgarter Theologin und Geistliche Beirätin der Landfrauenvereinigung, Birgit Bronner.

Das Projekt „Frauenkirche im ländlichen Raum“ läuft seit einigen Monaten. Wie ist die bisherige Resonanz?

Birgit Bronner: 2017 hat die Region Biberach-Ehingen-Laupheim mit drei Gottesdiensten begonnen. Zwei davon haben bereits stattgefunden und sind auf große Resonanz gestoßen. In jedem Gottesdienst gab es ungefähr 100 Besucherinnen. 2018 wird eine zweite Region mit „Kirche anders-Frauenkirche im ländlichen Raum“ beginnen: Die Vorbereitungen für drei Gottesdienste in der Region Friedrichshafen-Tettnang- Meckenbeuren laufen.

Ist das Projekt »Frauenkirche im ländlichen Raum« ähnlich konzipiert wie die Frauenkirche in Stuttgart?

Meine Aufgabe besteht darin, im ländlichen Raum Teams vor Ort zu bilden, die aus Ehrenamtlichen und hauptberuflichen Frauen bestehen, die diese Gottesdienste dauerhaft gemeinsam vorbereiten und durchführen.

Ein anderer Unterschied, der sich bisher zeigt, ist die Tatsache, dass die Gottesdienste einer Region nicht an einem festen Ort stattfinden, sondern in unterschiedlichen Kirchen. Das hat sicherlich mit der ländlichen Situation zu tun. Die Frauen in den Teams der bisherigen Standorte haben entschieden, dass anders als in Stuttgart, wo es eine „feste“ Kirche gibt, verschiedene Kirchen zum Zug kommen. 

Der KDFB und seine Landfrauenvereinigung sehen die Frauenkirche als einen Beitrag zur Erneuerung der Kirche. Kann ein neues Format wie die »Frauenkirche« auch Frauen erreichen, die - aus unterschiedlichen Gründen -  von der Kirche enttäuscht sind?

Diese Frage kann ich eindeutig mit „Ja“ beantworten. Bereits in den ersten beiden Gottesdiensten haben Frauen den Weg zu uns gefunden, die mit der „Ortskirche“ kaum noch Kontakte haben. Spannend bleibt wie „kirchenferne“ Frauen, wenn ich das einmal so formulieren darf, an die Informationen und Einladungen kommen. Neben der örtlichen Presse nutzen wir bisher hauptsächlich die kirchlichen Verbandsstrukturen, aber auch die Strukturen der Dekanate und Kirchengemeinden zur Veröffentlichung.

Die Frauenkirche soll Teilnehmerinnen darin bestärken, das Projekt selbstständig weiterzuführen. Wie kann dies gelingen?

Aus meiner Sicht wird das Projekt nur Anziehungskraft und Strahlkraft behalten, wenn es genügend personelle und zeitliche Ressourcen, sowohl von Seiten der Ehrenamtlichen als auch der Hauptberuflichen, dafür geben wird.

Die Gottesdienste leben davon, dass sie gemeinsam entwickelt und vorbereitet werden- und nicht einfach eine gute Vorlage aus einem Buch verwendet wird. Es braucht ein Minimum an Mitarbeitenden und die Unterstützung der Ortsgemeinde, in welcher der Gottesdienst stattfindet. Außerdem wird auf musikalische Möglichkeiten und Talente aus der Region zurückgegriffen, was den Gottesdiensten eine besondere Note verleiht.

Ich glaube, dass die Sehnsucht nach spirituellen Formen und Räumen in unserer Zeit sehr groß ist. Das Bedürfnis nach „Stille“, „Unterbrechung“, „Verständlichen Auslegungen der biblischen Texte“ und „ganzheitlichen Formen von Gebet“ ist heute groß. Daher glaube ich, dass das Projekt an sich große Zukunftschancen hat. Die Frage ist, wer dafür Verantwortung übernimmt und die Frauen, die diese Gottesdienste entwickeln wollen begleitet und ermutigt, unterstützt und inspiriert.

Interview: Karin Lutz-Efinger

 

Nächste Termine:

11.10.2019, 19:00 Uhr - Meckenbeuren, St. Maria;

                                       Thema: "Das ist doch ungerecht!"

11.10.2019, 19:00 Uhr - Bachenau, SE Krumme Ebene;

                                        Thema: „Voll-Leer-ERfüllt“ - Gottesdienst mit Klangschalen

18.10.2019, 19:00 Uhr - Markelsheim, ST. Kilian;

                                       Thema: "Weiberaufstand mit Theresa"

08.11.2019, 19:00 Uhr - Untermarchtal, Klosterkirche;

                                       Thema: "D'Kirch bleibt im Dorf"

20.03.2020, 19:00 Uhr - Tettnang, St. Gallus;

                                        Thema: "Mehr als Kinder, Küche, Kirche?!"

27.03.2020, 19:00 Uhr - Untermarchtal, Klosterkirche;

                                       Thema: "Tut mir leid - dafür bin ich nicht zuständig"

22.05.2020, 19:00 Uhr - Parkbad in Laupheim,

                                        bei schtechter Witterung Marienkirche in Laupheim;

                                       Thema: "Eine starke Frau geht nicht baden"

29.05.2020, 19:00 Uhr - Bad Mergentheim, Marienkirche;

                                       Thema: "Voll daneben - Zeugin der Auferstehung"

19.06.2020, 19:00 Uhr - Biberach, Zur Hiligsten Dreifaltigkeit;

                                       Thema: "Mutig schwere Entscheidungen treffen" -

                                        Begegnung mit einer weisen Frau (2 Sam. 20, 14-22)

26.06.2020, 19:00 Uhr - Höchstberg;

                                       Thema: "StaunensWERT ist Deine Schöpfung"

17.07.2020, 19:00 Uhr - Friedrichshafen beim Schloss, Zugang Verastraße am See,

                                        bei Regen St. Nikolaus;

                                        Thema: "Heute trage ich rot"

16.10.2020, 19:00 Uhr - Ehingen, St. Michael;

                                       Thema: "Ich will Deinen Namen groß machen"

23.10.2020, 19:00 Uhr - Markelsheim, St. Kilian;

                                       Thema: "Königin und wilde Frau"

06.11.2020, 19:00 Uhr - Meckenbeuren, St. Maria;

                                       Thema: "Starke Frauen begegnen sich"

20.11.2020, 19:00 Uhr - Neckarsulm, St. Johannes;

                                       Thema: "Funktionierst Du nur, oder vertraust Du schon?"

 

Fotogalerie

 

Bundesarbeitstagung vom 10.-13. September im Kloster Reute: "Frauen als Dreh- und Angelpunkt auf dem Land"

Unterwegs mit der Landfrauenvereinigung
Christa Reiterer (Bundesvorstand Landfrauenvereinigung) und Sabine Slawik (KDFB-Vizepräsidentin)
Bärbel Kräutle (Bundesvorsitzende Landfrauenvereinigung) und Elisabeth Jeggle
 

Welche Rolle spielen Frauen für die Weiterentwicklung des ländlichen Raums? Welche Möglichkeiten haben sie, in ihrem Umfeld etwas zu verändern und zu bewegen? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Bundesarbeitstagung der Landfrauenvereinigung im KDFB, die vom10. bis 13. September im Kloster Reute in Bad Waldsee stattfand. Als Referentinnen waren Frauen eingeladen, die sich in ihrem Umfeld in besonderer Weise engagieren und dadurch etwas bewegen.  

Kloster Reute selbst ist bereits ein gutes Beispiel. „Die Franziskanerinnen sind in der Pflege bei kranken, behinderten und alten Menschen, in der Hospizbewegung, bei Flüchtlingen, in Bildung und Pastoral, in Hauswirtschaft, Verwaltung und handwerklichen Berufen aktiv und prägen so ihr Umfeld“, berichtete Gabriele Merk, Mitglied des KDFB-.Diözesanvorstands Rottenburg-Stuttgart und Leiterin des Bildungshauses im Kloster.

Von der Bedeutung der Öffentlichkeitsarbeit im ländlichen Raum berichtete die junge Landwirtin Miriam Hecht. Sie hat in Hohenheim Agrarwissenschaften studiert und leitet mit ihrem Partner zusammen einen landwirtschaftlichen Betrieb. Als AgrarScout spricht sie VerbraucherInnen an und vermittelt Informationen über die Landwirtschaft. „Die Bauern in der Elterngeneration haben viel geschafft, haben aber wenig nach außen gearbeitet“, so die Studentin. „Das ist ein Versäumnis, die Menschen haben dadurch den Kontakt zur Landwirtschaft verloren. Wir dürfen die Informationsweiterleitung nicht nur den Medien überlassen, müssen selber den Bezug wiederherstellen.“

Diplompädagogin Monica Settele ist im Hochschwarzwald aufgewachsen und lebt nun zusammen mit ihrem Mann und ihren Kindern im Allgäu. Sie hat sich viele Jahre in der Katholischen Landjugendbewegung Deutschlands (KLJB) engagiert und war im „K-Punkt Ländliche Entwicklung“ tätig. Diese Einrichtung des Bistums Rottenburg-Stuttgart im Kloster Heiligkreuztal soll im Sinne eines Knotenpunktes Menschen im ländlichen Raum vernetzen. Zur Zeit ist Monica Settele in Elternzeit, engagiert sich ehrenamtlich in der Gemeinde und beschäftigt sich mit den Fragen: Wie wollen wir auf dem Land leben, was ist uns wichtig? Sie ist überzeugt: „Verbände können was bewegen und Prozesse in die Wege leiten.“

Anja Rose schreibt für die landwirtschaftlichen Zeitschriften „Topagrar“ und „SüdPlus“. Neben diesem Vollzeitjob arbeitet sie auf dem Hof ihres Mannes mit, betreibt den Hofladen, macht Öffentlichkeitsarbeit und Büroarbeiten. Für sie ist wichtig, die richtige Balance zwischen Arbeit und Leben zu finden und sich auch regelmäßig Auszeiten zu nehmen. Für Bäuerinnen früherer Generationen kaum denkbar.

Viel zu erzählen hatte auch die CDU-Politikerin Elisabeth Jeggle, Bäuerin und ausgebildete Hauswirtschaftsmeisterin, die von 1999 bis 2014 Abgeordnete im Europäischen Parlament war. Mit dem ländlichen Raum verbindet sie Heimat, Gemeinschaft und Solidarität, die es zu erhalten gilt. Deshalb setzt sie sich für die Förderung von landwirtschaftlichen Kleinbetrieben ein und wirbt für den ländlichen Raum: „Auch wenn es den Bauern heute nicht leicht gemacht wird: Seien Sie stolz auf Ihr Dorf, auf Ihr Leben und die Art, wie Sie leben. Kopf hoch, zeigen Sie nach außen, was Sie tun.“

Im Rahmen der Bundesarbeitstagung fand auch wieder ein Exkursionstag statt, bei dem die Teilnehmerinnen landwirtschaftliche Betriebe besuchten, die von Frauen geführt werden.  Bärbel Kräutle, Vorsitzende der Landfrauenvereinigung, zieht ein positives Fazit: „Im Rahmen der Tagung sind wir Frauen begegnet, die in ihren Arbeitsbereichen im ländlichen Raum etwas bewegen. Sie haben aus ihrem Alltag berichtet, von den Erwartungen, die an sie gestellt werden und den Rollenbildern, mit denen sie konfrontiert werden. Und trotzdem gehen sie neue Wege, um die Entwicklung im ländlichen Raum voran zu bringen.“

Gabriele Klöckner

 

Bärbel Kräutle

Diözesanvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V. Rottenburg-Stuttgart

Bundesvorsitzende der Landfrauenvereinigung des KDFB e.V.

Publikation "Land begeistert Frauen"

Land begeistert Frauen